Feine Kammermusik mit einem Ausflug nach Italien
 

Isis Concert Group hatte am Sonntag zu einem großen kammermusikalischen Konzert eingeladen. Die zahlreich versammelten Zuhörer erwartete ein Programm von drei Stunden, das neben einigen kammermusikalischen Leckerbissen auch Raritäten aus dem Bereich des Liedgesangs zu bieten hatte.

Mit der „Frühlingssonate“ eröffneten Jenny Park (Violine) und Christian Strauss (Klavier) das Konzert. Dieses Stück, das der Komponist mit 30 Jahren schrieb, besticht sowohl durch seinen expressiven Gestus als auch durch musikalische Leichtigkeit. Beides wurde von den Interpreten anschaulich und überzeugend dargeboten. Neben dem gut aufeinander abgestimmten Zusammenspiel machte vor allem die energische Leidenschaft, mit der Jenny Park die virtuosen Passagen spielte, sehr viel Freude, sodass die gelegentlichen leichten Eintrübungen in der Intonation nicht ins Gewicht fielen, ein vollauf gelungener Auftakt.

Mit dem Klaviertrio in G-Dur Nr. 39 von Joseph Haydn, das unter dem Titel „Zigeunertrio“ bekannt wurde, widmete sich das Ensemble dem berühmten Lehrer Beethovens. Unterstützt durch Katrin Sofia Heyland am Cello brachten Park und Strauss nicht nur die musikalische Schlichtheit des Werkes zur Geltung, sondern auch das feurige Temperament des letzten Satzes, der mit seinen tänzerischen Rhythmen und der klein-schrittigen Melodik dem Stück seinen Beinamen einbrachte.

Den absoluten Höhepunkt des ersten Teiles, um nicht zu sagen des gesamten Konzertes bildete zweifelsfrei der eindrucksvolle Vortrag der „Wanderer-Fantasie“ von Franz Schubert durch Christian Strauss. Der enorme Schwierigkeitsgrad dieses Werkes liegt nicht nur in den technischen Anforderungen, sondern auch in der komplexen Dichte der musikthematischen Verarbeitung, die ein großes gestalterisches Feingefühl verlangt. Dem wurde Strauss im höchsten Maße gerecht; er beeindruckte das Publikum nicht nur mit brillanter Virtuosität, sondern verstand es auch, die verschiedenen Ebenen mit großer dynamischer Spannung herauszuarbeiten. Eine wahre Meisterleistung.

Im Zentrum des zweiten Teiles stand eine Auswahl der selten zu hörenden Volksliedbearbeitungen Beethovens, bei denen das "Isis Concert Group Piano Trio" durch die Sopranistin Gunda Baumgärtner und den Bariton Tom Frinta ergänzt wurde. Besonders letztere konnte bei den sechs walisischen Liedern, sowie sechs weiteren Liedern anderer Völker mit ihrer teils lyrisch-melodischen, teils virtuos-verspielten Stimme bei Duetten wie Sololiedern überzeugen. Aber auch Tom Frinta setzte mit den humorvollen Interpretationen des kernigen Tirolerliedes und des weinseligen Wiener Hausmeisterliedes echte Glanzpunkte, was nicht zuletzt an seiner Färbung der verschiedenen Dialekte lag. Den Schlusspunkt setzten das Duett „Pura siccome un angelo“ und die Arie „È strano, è strano in core“ aus Verdis „la Traviata“, bei denen vor allem Gunda Baumgärtner mit ihrer beeindruckenden Koloraturenvirtuosität viele Zuhörer begeisterte.